Wie Du Bauanträge ohne Architekt erstellst

"Das weiß Ihr Architekt"

Du beschäftigst Dich mit einem Bauantrag? Du hast Fragen? Wenn es um Bauanträge geht, lautet die Standardantwort oft:

  • „Fragen Sie Ihren Architekten!“
  • „Dafür brauchen Sie einen Architekten!“

Ziemlich ärgerlich, denn bis Du einen Architekten gefunden hast, dauert es u.U. lange. Und die Fragen bleiben ja.

Außerdem: Diese Angabe stimmt so nicht immer. Denn: Bei einfachen Anträgen wie einer Nutzungsänderung – etwa wie bei meinem Projekt – kannst Du den Antrag selbst (er-)stellen. Das gilt allerdings nur, wenn keine baulichen Veränderungen vorliegen.

Ein typischer Grundriss im Maßstab 1:100 zeigt Räume, Maße und Details klar – wie hier ein barrierefreies Beispiel mit Raumflächen und Symbolen.

Der gefühlt 100ste Anruf lieferte mir die Info, es geht auch ohne

Ich selbst habe für meinen Nutzungsänderungsantrag gewartet, einen Monat, zwei Monate, drei Monate… Das Problem löste sich dabei nicht. 

Außerdem: Ich hasse es, von anderen abhängig zu sein. Also habe ich mich an die Recherche gemacht. Natürlich hieß es dann im Netz immer: Architekten sind Pflicht. 

Doch der gefühlt 100ste Anruf öffnete mir ein ganzes Stalltor: „Dazu brauchen Sie keinen Architekten, auch keinen Ingenieur. Sie müssen als Planersteller Sachkunde nachweisen. Und das tun Sie ja mit Ihren Unterlagen…“

Warum Grundrisse immer gefordert werden

Ein wichtige Erkenntnis: Jeder Bauantrag in NRW verlangt Grundrisse der betroffenen Etage.

Das war mir schon klar, aber kalt erwischte mich die Erkenntnis, daß diese Pläne im Maßstab 1:100 vorgelegt werden müssen.

Das gilt auch für reine Nutzungsänderungen ohne Umbau. Hintergrund: Die Baubehörde muss den Ist-Zustand prüfen. Fehlen korrekte Pläne mit Räumen, Türen, Maßen und Nordpfeil? Dann scheitert der Antrag. Mehr zum Thema findest Du übrigens auf Recht.nrw

Ohne Architekten machbar – mit alten Plänen

Du darfst die Unterlagen also selbst erstellen, wenn keine baulichen Änderungen anstehen.

Ich hab angefangen:

  • Händisch, geht aber nur mit Millimeterpapier.
  • Apps: Mal klappte der Export nicht, mal ließen sich die Grundrisse nicht einlesen.
  • Programme: Die Einarbeitung in solch ein CAD-Programm ist für Laien wirklich heftig.

Ich stöhnte beim Bauamt in der Beratung herum, das Anfertigen sei so übel.  – Und wieder erhielt ich einen wichigen Tipp: Nimm die alten, gestempelten Grundrisse. Die findest Du meist in der Bauakte. Frag im Bauamt oder dem Archiv nach und kopiere sie Dir heraus. Übrigens, es ist auch nützlich, die Entwässerungspläne zu kopieren.

Mit diesen genehmigten Plänen hast Du automatisch pläne im richtigen Maßstab 1:100. Nun musst Du „nur“ noch neu und alt vorlegen. Also – scannen, digitalisieren und einreichen.

Praxis-Tipp für NRW

Bei Nutzungsänderungen reicht das oft schon. Aber: Prüfe bei Deinem zuständigen Bauamt, ob Scans akzeptiert werden. Ergänze Brandschutz- oder Nutzungsangaben, falls nötig.

Hast du schon alte Pläne zur Hand?